Die Ränge 1 – 2 – 2 – 4 sind die hervorragende Ausbeute der Beinwilerin Müller an der Heim-WM.

(bmu) Zwei Premieren warteten auf Orientierungsläuferin Katrin Müller (Beinwil am See) im Monat August. Sie wurde erstmals für die Europameisterschaften der Elite selektioniert, welche in Estland durchgeführt wurde. Diese Geschichte ist relativ schnell erzählt: Leider erwischten gleich mehrere Athlet*innen aus dem Schweizer Team einen Magen-Darm-Infekt, so dass etliche einige Wettkämpfe ausliessen oder geschwächt am Start standen. So erging es auch Müller, welche die Langdistanz nach rund 40 Laufminuten aufgeben musste und auch in der Mitteldistanz nicht auf Touren kam.

Die zweite Premiere war die Selektion für die Weltmeisterschaften der Studierenden, welche dieses Jahr in der Schweiz stattfand und nur gerade 10 Tage nach dem Ende der Europameisterschaft startete. In erster Linie wollte Müller einfach wieder gesund werden und freute sich so riesig auf die bevorstehenden Wettkämpfe.

Erstes Ausrufezeichen im Sprint

Katrin würde sich niemals als Sprint-Spezialistin bezeichnen und doch hatte ihre Leistung zum Auftakt der Meisterschaften vielleicht Signalwirkung. Sie beendete das Rennen als Vierte, nur 7 Sekunden hinter dem Podest. Gewonnen wurde das Rennen von der Aargauerin Eline Gemperle, welche auch bei der Elite, vor allem Sprint, immer wieder für Top-Resultate sorgt. «Ich startete ohne hohe Ambitionen, sondern viel mehr mit einer riesigen Freude. Dass der Sprint nicht sehr technisch war, kam mir entgegen. Auf dem 4. Platz zu landen, war eine grosse Überraschung für mich, aber es zeigte mir, dass ich läuferisch mit den Frauen mithalten kann», resümierte Müller bescheiden.

Gala-Vorstellung über die Langdistanz

Mit viel Ruhe und der Gewissheit über die schnellen Beine, startete Müller fulminant und war schon nach wenigen Posten in Führung. Sie lag bei allen Zwischenzeiten vor ihren Konkurrentinnen. Bis zur Zuschauerpassage lief sie ein perfektes Rennen und erst mit der Nachricht, dass sie in Führung liegt, passierten ihr einige kleinere Unsauberkeiten auf der Schlussschlaufe. Trotzdem lief sie mit einem Vorsprung von über 3 ½ Minuten auf die beiden finnischen Läuferinnen ins Ziel und durfte sich als neue Studenten-Weltmeisterin Gold umhängen lassen.

Die Zugabe

Beflügelt vom Sieg über die Königsdisziplin startete Katrin ohne jeglichen Druck zur Mitteldistanz, welche in einem technisch anspruchsvollen Wald stattfand. Auch diese Aufgabe bewältigte sie hervorragend und belohnte sich mit dem 2. Rang, hinter der Finnin, welche sie zuletzt noch bezwang. Zum Sieg fehlten mickrige 3 Sekunden. «Ich musste für jeden Meter kämpfen und ich musste mich mehrmals zurückkämpfen», gab Müller zu Protokoll.

In der abschliessenden Staffel-Rennen durfte Katrin Müller die letzte Strecke laufen. Ihre Team-Kolleginnen Eliane Deininger und Sofie Bachmann leisteten gute Arbeit und schickten Müller mit den Führenden auf die letzte Strecke. Die Finnin startete besser, aber bis zur Zuschauerpassage konnte Katrin den Rückstand aufholen und gar mit kleinem Vorsprung zu den letzten Posten starten. Wegen ein paar Posten, welche etwas «versteckt» waren, musste sie die Französin an sich vorbeiziehen lassen, aber rettete wiederum den 2. Rang vor den Schwedinnen ins Ziel.

Fazit

«Ich bin einfach nur überglücklich», meinte eine stolze Katrin Müller zurecht. «Dass ich bei den Gleichaltrigen vorne mitlaufen kann, gibt mir sehr viel Selbstvertrauen für die nächsten Wettkämpfe und Selektionsrennen». Müller liebäugelt mit einem Start am Heim-Weltcup der Elite Anfangs Oktober in Davos.

Dass die Läuferin der OL-Gruppe Rymenzburg etwas Grosses erreicht hat, bestätigt ein Blick in die Geschichtsbücher. Vor 12 Jahren hat Matthias Merz in Schweden an der Studenten-WM zwei Mal Gold geholt und ein paar Jahre später bei der Elite grosse Erfolge gefeiert.

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